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Fachbereich Musik
Informationen zum Eignungstest der künftigen 5. Klassen (Spezialklassen für Musik)
Bläserklasse am Goethe-Gymnasium – eine Erfolgsgeschichte

In einem der zahlreichen Schulkonzerte haben sie schon viele gehört: unsere Bläserklassen. Aber wie funktioniert der Unterricht in einer Klasse mit so unterschiedlichen Instrumenten?
Wer sich für eine Bläserklasse entscheidet, kommt in eine spezielle 5. Klasse. Am Anfang des Schuljahres probieren alle Schüler die vorhandenen Blasinstrumente aus. Das sind: Trompete, Posaune, Euphonium, Tuba, Querflöte, Klarinette und Saxophon. Für jedes Instrument gibt es einen professionellen Lehrer, denn wir arbeiten seit Jahren erfolgreich mit dem Schweriner Konservatorium und Ataraxia zusammen.
Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass es ziemlich lustig ist, jedes dieser Instrumente auszuprobieren. Wer hat schon einmal in eine Tuba geblasen? Ich hatte beim ersten Mal das Gefühl, mein ganzer Bauch rumort! Während vor diesem sogenannten „Instrumentenkarussell“ die halbe Klasse Saxophon spielen wollte, erkennen viele schon bald, dass andere Holz- oder Blechblasinstrumente auch toll sind.
Schließlich darf jeder Schüler drei Wunschinstrumente benennen und in Absprache mit den anderen Lehrern werden die Instrumente zugeteilt. Das klappt erstaunlicherweise immer recht problemlos, sehr viele können ihren Erstwunsch erfüllt bekommen. Am Ende müssen alle Instrumente sinnvoll verteilt werden, denn ein Blasorchester mit z. B. 10 Saxophonen und 10 Flöten würde nicht so gut klingen.
Der spannendste Moment ist für alle die Bekanntgabe und das Austeilen der Instrumente. Es ist wirklich einmalig in Schwerin, dass eine Schule sämtliche Instrumente ausleihen kann. Möglich wurde dies durch die Startfinanzierung des Landesförderinstituts und die engagierte Arbeit des Schulfördervereins. Und ein neues Instrument ist etwas ganz Besonderes – nicht nur deshalb, weil es so schön glänzt. Es begleitet einen von da an mindestens zwei Jahre. Je länger man spielt, desto mehr wird es zum eigenen Instrument, mit dem man sich ausdrücken kann, durch Stimmungshochs und -tiefs. Man lernt ständig neue Töne seines Instruments kennen, sanfte, harte, helle, dunkle, leise, laute, beängstigende, fröhliche, impulsive, zurückhaltende – die Facetten eines jeden Instruments sind unendlich! Man lernt, mit dem Atem umzugehen, ihn einzuteilen, zurückzuhalten oder loszulassen – da gibt es sehr viele Ähnlichkeiten mit der Stimme.
Damit man diese vielen Spieltechniken auch erlernen kann, haben alle Register (die jeweils gleichen Instrumente) in Gruppen von 3-4 Schülern eine Stunde in der Woche Unterricht. Weitere 1-2 Stunden finden im Klassenverband im Big-Band-Keller statt. Wir beginnen mit einfachen Melodien im 5-Ton-Raum und steigern uns über zwei Schuljahre zu komplexen Orchesterarrangements, schnellen Tempi und anspruchsvollen Rhythmen. Dabei erlernen die Schüler nicht nur ihr Instrument, sondern auch allgemein-musikalische und musiktheoretische Inhalte, die in regulärem Musikunterricht selten so praxisnah geübt werden können. Unterschiedliche Notenschlüssel und Stimmungen der Instrumente werden zur Selbstverständlichkeit, das genaue Intonieren und Zuhören werden geübt.

Die Ergebnisse der intensiven Arbeit präsentiert die Klasse in den Konzerten und überrascht damit nicht selten die Zuhörer. Mich begeistert die Arbeit mit Bläserklassen – es ist ein Musikunterricht, der einfach anders ist, viele Möglichkeiten bietet und sehr viel Spaß macht – auch wenn die Lautstärke eines Blasorchesters einen anfänglich fast umhaut. Irgendwann gewöhnen sich auch Lehrerohren daran. Und schließlich lernen die Schüler mit der Zeit piano zu spielen – das ist auf Blasinstrumenten besonders schwierig! Nach zwei Jahren endet der Unterricht im Klassenverband und die Schüler können sich entscheiden, wie, wo und ob sie ihr Instrument weiterspielen wollen. Und weil so viele dabeibleiben wollen, konnten sich die Junior-Band und im vergangenen Jahr das Ensemble "Musiggs" für die 7. und 8. Klassen gründen. So ist aus der anfänglichen Idee von Herrn Doßmann mit der Unterstützung des Konservatoriums eine echte Erfolgsgeschichte geworden. Und das sieht man nicht nur an den vielen Instrumentenkästen, die die Schüler über den Schulhof schleppen. Mittlerweile haben schon rund 150 Schüler eine Bläserklasse durchlaufen und ein Ende ist weder absehbar, noch gewollt. Bläserklasse ist einfach klasse!
Clarissa Schelhaas

Das Bläserensemble „The Musiggs“
Wo kommt das denn plötzlich her?
Uns gibt es erst seit diesem Schuljahr! Die Bläserklassen 6 benötigten ein weiterführendes Ensemble.
Wer leitet das Ensemble?
Das Ensemble leiten Clarissa Schelhaas und Carola Nicklich (unsere Musikreferendarin).
Und wer spielt da mit?
Zurzeit wirken 12 Schülerinnen und Schüler der jetzigen 7. Klassen mit, darunter ein Schlagzeuger, zwei Flöten, vier Klarinetten, drei Posaunen und zwei Trompeten.
Ups! So wenige?
Musiggs ist für die 7. und 8. Klassen da. Dieses Jahr haben wir mit der 7. Klasse angefangen, nächstes Jahr stoßen viele Schüler der jetzigen 6. Klassen zu uns, dann sind wir näher am typischen Blasorchesterklang dran. Das wird sicherlich spannend!
Hat eine kleine Besetzung auch Vorteile?
Die ungewöhnliche Besetzung erfordert ungewöhnliches Arbeiten! Das fängt damit an, dass fast alle Stücke von uns arrangiert oder komponiert werden. Das ist auf der einen Seite sehr aufwendig, bietet auf der anderen Seite aber auch viele Möglichkeiten. So können wir die Wünsche der Schüler viel stärker berücksichtigen und klangspezifischer arrangieren, vor allem für die Klarinetten. Unser Schlagzeuger bedient oft mehrere Instrumente gleichzeitig, neben dem Drumset auch viel andere Percussion oder Glockenspiel, deshalb könnte er auch Unterstützung gebrauchen! Die Klavierparts übernehmen bisher die Ensembleleiter. Je kleiner die Besetzung, desto durchsichtiger wird der Klang - keiner kann sich mit seinem Instrument „verstecken“. Und so ist das Arbeiten mit dem kleinen Klangkörper sehr intensiv.
Was für Musik wird denn gespielt?
Wir spielen ganz unterschiedliche Stücke, viel Swing mit stiltypischen Improvisationen, die die Schüler selbst erarbeiten, Filmmusik, wie „James Bond“ oder „Baby Elephant Walk“, Hits wie „Y.M.C.A.“, Liedsätze, Weihnachtslieder für das alljährliche Paulskirchenkonzert, einen Tango, „The Muppet Show-Theme“ usw...
Konzerte?
Bei den nächsten Konzerten (Schweriner Höfe 20.04.12, Schulkonzert 04.05.12, Lankower Stadtteilfest 16.06.12) könnt ihr unser Programm hören!
Lust mitzumachen?
Dieses Ensemble ist übrigens auch für Bläser und Drummer aller 7. und 8.
Musikklassen offen. Wer also Lust hat, einmal in der Woche mit uns zu proben,
kann uns vorspielen! Sprecht mich einfach an! Wir proben jeden Donnerstag von
14:00 - 15:45 Uhr in unserem beliebten Big-Band-Keller! Und im Herbst fahren wir
immer eine Woche ins Probenlager!
Clarissa Schelhaas
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