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Fachbereich Musik
Informationen zum Eignungstest der künftigen 5. Klassen (Spezialklassen für Musik)
Bigbandleiter-Workshop mit Jiggs Wigham in Schwerin
vom 26.04. bis 02.05.2011
Pressemitteilung des Deutschen Musikrates
Bläserklasse am Goethe-Gymnasium – eine Erfolgsgeschichte

In einem der zahlreichen Schulkonzerte haben sie schon viele gehört: unsere Bläserklassen. Aber wie funktioniert der Unterricht in einer Klasse mit so unterschiedlichen Instrumenten?
Wer sich für eine Bläserklasse entscheidet, kommt in eine spezielle 5. Klasse. Am Anfang des Schuljahres probieren alle Schüler die vorhandenen Blasinstrumente aus. Das sind: Trompete, Posaune, Euphonium, Tuba, Querflöte, Klarinette und Saxophon. Für jedes Instrument gibt es einen professionellen Lehrer, denn wir arbeiten seit Jahren erfolgreich mit dem Schweriner Konservatorium und Ataraxia zusammen.
Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass es ziemlich lustig ist, jedes dieser Instrumente auszuprobieren. Wer hat schon einmal in eine Tuba geblasen? Ich hatte beim ersten Mal das Gefühl, mein ganzer Bauch rumort! Während vor diesem sogenannten „Instrumentenkarussell“ die halbe Klasse Saxophon spielen wollte, erkennen viele schon bald, dass andere Holz- oder Blechblasinstrumente auch toll sind.
Schließlich darf jeder Schüler drei Wunschinstrumente benennen und in Absprache mit den anderen Lehrern werden die Instrumente zugeteilt. Das klappt erstaunlicherweise immer recht problemlos, sehr viele können ihren Erstwunsch erfüllt bekommen. Am Ende müssen alle Instrumente sinnvoll verteilt werden, denn ein Blasorchester mit z. B. 10 Saxophonen und 10 Flöten würde nicht so gut klingen.
Der spannendste Moment ist für alle die Bekanntgabe und das Austeilen der Instrumente. Es ist wirklich einmalig in Schwerin, dass eine Schule sämtliche Instrumente ausleihen kann. Möglich wurde dies durch die Startfinanzierung des Landesförderinstituts und die engagierte Arbeit des Schulfördervereins. Und ein neues Instrument ist etwas ganz Besonderes – nicht nur deshalb, weil es so schön glänzt. Es begleitet einen von da an mindestens zwei Jahre. Je länger man spielt, desto mehr wird es zum eigenen Instrument, mit dem man sich ausdrücken kann, durch Stimmungshochs und -tiefs. Man lernt ständig neue Töne seines Instruments kennen, sanfte, harte, helle, dunkle, leise, laute, beängstigende, fröhliche, impulsive, zurückhaltende – die Facetten eines jeden Instruments sind unendlich! Man lernt, mit dem Atem umzugehen, ihn einzuteilen, zurückzuhalten oder loszulassen – da gibt es sehr viele Ähnlichkeiten mit der Stimme.
Damit man diese vielen Spieltechniken auch erlernen kann, haben alle Register (die jeweils gleichen Instrumente) in Gruppen von 3-4 Schülern eine Stunde in der Woche Unterricht. Weitere 1-2 Stunden finden im Klassenverband im Big-Band-Keller statt. Wir beginnen mit einfachen Melodien im 5-Ton-Raum und steigern uns über zwei Schuljahre zu komplexen Orchesterarrangements, schnellen Tempi und anspruchsvollen Rhythmen. Dabei erlernen die Schüler nicht nur ihr Instrument, sondern auch allgemein-musikalische und musiktheoretische Inhalte, die in regulärem Musikunterricht selten so praxisnah geübt werden können. Unterschiedliche Notenschlüssel und Stimmungen der Instrumente werden zur Selbstverständlichkeit, das genaue Intonieren und Zuhören werden geübt.

Die Ergebnisse der intensiven Arbeit präsentiert die Klasse in den Konzerten und überrascht damit nicht selten die Zuhörer. Mich begeistert die Arbeit mit Bläserklassen – es ist ein Musikunterricht, der einfach anders ist, viele Möglichkeiten bietet und sehr viel Spaß macht – auch wenn die Lautstärke eines Blasorchesters einen anfänglich fast umhaut. Irgendwann gewöhnen sich auch Lehrerohren daran. Und schließlich lernen die Schüler mit der Zeit piano zu spielen – das ist auf Blasinstrumenten besonders schwierig! Nach zwei Jahren endet der Unterricht im Klassenverband und die Schüler können sich entscheiden, wie, wo und ob sie ihr Instrument weiterspielen wollen. Und weil so viele dabeibleiben wollen, konnte sich im vergangenen Jahr die Junior-Band gründen, die zurzeit Schüler der 7. bis 8. Klassen vereinigt. So ist aus der anfänglichen Idee von Herrn Doßmann mit der Unterstützung des Konservatoriums eine echte Erfolgsgeschichte geworden. Und das sieht man nicht nur an den vielen Instrumentenkästen, die die Schüler über den Schulhof schleppen. Mittlerweile haben schon rund 100 Schüler eine Bläserklasse durchlaufen und ein Ende ist weder absehbar, noch gewollt. Bläserklasse ist einfach klasse!
Clarissa Schelhaas

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