Goethe-Gymnasium Schwerin


Schullogo

 

Modell Europa-Parlament

Externer Link Model European Parliament - Deutsches Komitee e.V.

Aktuelles

Am 26. Februar kehrte die Schweriner Delegation müde aber um viele Erfahrungen reicher aus Berlin vom 11. Modell Europaparlament zurück. Teilgenommen haben:
Max Darsow, Stefan Jakubczyk, Mia Berit Köhne, Yasmin Maarouf, Christin Neuber, Inga Rothammel, Marina Vowinkel.

Schon im April 2010 heißt es wieder: Goethe fährt zum MEP!
Eine vierköpfige Delegation aus Schwerin reist nach Stockholm, um dort am baltischen MEP teilzunehmen. Sophie Knödler, Maximilian Deiters, Stefan Dittmar und Jakob Kämmler haben sich vor einem bzw. zwei Jahren in Berlin bei der nationalen Sitzung qualifiziert und haben daher die Chance erhalten, sich auf internationaler Ebene zu bewähren. In Stockholm sind sie Teil der deutschen Delegation, die dort gemeinsam mit Teilnehmern aus vielen anderen Ostseeanrainerstaaten weitere aktuelle Themen der europäischen Politik diskutieren wird. Einziger Unterschied zum MEP in Berlin: In Stockholm läuft natürlich alles auf Englisch!

Wir wünschen den vier Delegierten eine erfolgreiche Woche!

Wie kann ich teilnehmen?

Am Anfang jeden Schuljahres gibt es in allen 10. Klassen eine Informationsveranstaltung zum MEP. Danach treffen sich alle Interessierten einmal wöchentlich, um sich der EU-Politik zu nähern. Dabei sind je nach Möglichkeit auch immer ehemalige MEP-Teilnehmer. Bei einem schulinternen MEP am Ende des Jahres wird dann die endgültige Schweriner Delegation ausgewählt, denn nur acht Schüler dürfen letztendlich nach Berlin reisen.

Weitere Informationen gibt es bei den ehemaligen MEP-Teilnehmern oder bei Frau Hillgruber.

 

Bericht vom 11. MEP in Berlin:

Kluge Entscheidungen und weise Kompromisse -
Die 11. Sitzung des Modell Europa Parlament 2010 in Berlin

Bei Begriffen wie „Resolution“, „Änderungsantrag“ oder „Geschäftsordnung“ vergeht so manchem Jugendlichen der Spaß an der Politik. Nicht so den 160 Schülerinnen und Schülern im Sitzungssaal des Bundesrates, darunter 8 Delegierte vom Goethe-Gymnasium. Denn sie wissen, dass ohne dieses politische Handwerkszeug die Simulation des Europaparlaments, genannt MEP, im Chaos versinken müsste. Und das will hier keiner, erhalten die Nachwuchs-Parlamentarier beim Modell Europa  Parlament doch die Gelegenheit, sich als Europaabgeordneter zu versuchen und  Europa aktiv zu erleben und mitzugestalten.

Modell Europa Parlament 2010

Modell Europa Parlament 2010

Simulation in der Praxis

Außerdem hatten sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse bis zu sechs Monaten in Arbeitsgemeinschaften auf diese Woche vorbereitet. Sie haben an ihrer Rhetorik gefeilt, gelernt wie man Resolutionen verfasst und die inhaltlichen Positionen der einzelnen Länder zu Themen wie „Integration von Migranten“ oder „Kinderrechten“ herausgearbeitet.

In der Woche vom 22. bis 26. Februar 2010 war es dann soweit: Aus 16  Bundesländern sowie aus Dänemark und Polen strömten die jungen Europäer zum 11. MEP  in die Bundeshauptstadt, um den simulierten Praxistest zu bestehen. Aktuelle Herausforderungen der Europäischen Union standen in den acht Ausschüssen zur Diskussion: Atomwaffen, Klimaschutz und Drogenpolitik, Kinderrechte, Integration von Migranten und den Vertrag von Lissabon – die Tagesordnung besteht aus der ganzen europapolitischen Themenbandbreite. Angeleitet werden sie dabei von ehemaligen MEP-Teilnehmern, die sich in internationalen MEPs bewährt haben und jetzt als Ausschussvorsitzende die Zügel in der Hand haben. Vom Goethe-Gymnasium hat in diesem Jahr Paul Steinbeck aus dem 11. Jahrgang gemeinsam mit einer saarländischen Schülerin diese Aufgabe übernommen.

Modell Europa Parlament 2010

Politische Jongleure

Am Ende der Woche wird dann über die selbst erarbeiteten Lösungsvorschläge debattiert und abgestimmt – wie im echten Europaparlament. Die meisten Schüler gehen gut gewappnet in die Debatte. Die Reden klingen fast wie bei echten Politikern. Wie selbstverständlich sprechen sie vom „Änderungsantrag zum operativen Satz Nummer 3“ und jonglieren mit Formulierungen wie „demographisch notwendiger Migrationsstrom“, „Ratifizierung des Zusatzprotokolls“ oder „Effizienzverlust der UN-Menschenrechtskonvention“ als wäre das ihr Alltag. Bevor sie ans Mikro gehen, knöpfen sich die Jungen noch artig das Sakko zu. Manchmal fällt es schwer zu glauben, dass das alles nicht echt sein soll.
   
Nach hitziger Debatte findet mit 99 Ja-Stimmen der Vorschlag des Ausschusses für politische Angelegenheiten über den Vertrag von Lissabon die größte Zustimmung. Die Ideen, wie die Akzeptanz dieser neuen europäischen Geschäftsordnung bei den Bürgerinnen und Bürgern Europas erhöht werden könne, stießen bei den Delegierten auf eine breite Mehrheit. Aber nicht immer sind die Ideen der Schüler geprägt von klugen Entscheidungen und weisen Kompromissen. Immerhin drei der acht Resolutionen wurden von ihnen abgelehnt.

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Visionen und Politik

Bei der Eröffnung im Bundespresseamt hatte der stellvertretende Regierungssprecher  Dr. Christoph Steegmans die Jungparlamentarier dazu aufgerufen, bei der Erarbeitung der Resolutionen visionär zu sein, denn „Phantasten nicht Erbsenzähler haben die Welt verändert“.  Am Ende der Sitzungswoche steht also die Frage im Raum, ob die politischen Ideen der Jugendlichen eher realistisch oder doch überwiegend visionär sind.

Beim Blick in die Texte fällt auf, dass mit Visionen nicht gespart wurde: Nach dem Motto: „je heißer die Eisen, umso radikaler die politischen Lösungen“, fordert das MEP 2010 u.a. europaweit staatlich verpflichtende und kostenlose Kindertagesstätten, ein atomwaffenfreies Europa sowie die doppelte Staatsbürgerschaft für alle Migranten. Alles begründet mit nachvollziehbaren Argumenten.

Modell Europa Parlament 2010

Modell Europa Parlament 2010

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Und was sagen die echten Europapolitiker zu diesen jugendlichen Visionen? In der abschließenden Fishbowldiskussion sind Doris Pack (CDU) und Franziska (genannt Ska) Keller (Grüne) in der Beurteilung durchaus unterschiedlicher Meinung. Vor allem Frau Pack findet einige Punkte der Resolutionen zu extrem, beispielsweise ein atomwaffenfreies Europa. Sie gesteht der jungen Generation aber durchaus zu, dieses zu fordern. Ska Keller stört sich weniger an den radikalen Inhalten als an der ihrer Meinung nach zu steifen Form, an den Kostümen und Anzügen. So einheitlich sähe es im Europaparlament nicht aus, vor allem nicht in der Fraktion der Grünen. Aber es gibt auch politische Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Europapolitikern. So können sich beide immerhin der Forderung nach einem verpflichtenden Kindergartenbesuch anschließen. Somit wurde die Diskussion auch der Aufforderung des Präsidenten Dennis Hackethal aus Wiesbaden gerecht. Er hatte in seiner Eröffnungsansprache angeregt, nicht zu sehr die Unterschiede zu betonen, sondern eher die Gemeinsamkeiten.

Modell Europa Parlament 2010

Modell Europa Parlament 2010

Spuren einer Europawoche

Und was hat das MEP jetzt konkret gebracht? Die besten Redner werden mit einer Teilnahme an einer internationalen Jugendparlaments-Sitzungen belohnt, voraussichtlich in Istanbul oder Kaliningrad. Dass sie aber schon in Berlin viel gelernt haben, darin sind sich die Jugendlichen einig. „Es ging in erster Linie nicht darum, irgendwelche Forderungen an Politiker zu stellen“, fasst Sebastian Haase Präsident des MEP 2010 aus Wadern, die Woche zusammen „sondern darum, den europäischen Traum, den wir hier gelebt haben, in der Zukunft mit Leben zu füllen.“ Und auch gefühlsmäßig hinterlässt die Europawoche Spuren. „Wenn man einmal am Modell Europa Parlament teilgenommen hat, fühlt man sich als Europäerin“, so Lina Reypens (Koblenz)  aus dem Präsidium. 
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