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Modell Europa-Parlament
Model European Parliament - Deutsches Komitee e.V.
Aktuelles |
Am 26. Februar kehrte die Schweriner Delegation müde aber um viele Erfahrungen reicher aus Berlin vom 11. Modell Europaparlament zurück. Teilgenommen haben: Schon im April 2010 heißt es wieder: Goethe fährt zum MEP! Wir wünschen den vier Delegierten eine erfolgreiche Woche! Wie kann ich teilnehmen?Am Anfang jeden Schuljahres gibt es in allen 10. Klassen eine Informationsveranstaltung zum MEP. Danach treffen sich alle Interessierten einmal wöchentlich, um sich der EU-Politik zu nähern. Dabei sind je nach Möglichkeit auch immer ehemalige MEP-Teilnehmer. Bei einem schulinternen MEP am Ende des Jahres wird dann die endgültige Schweriner Delegation ausgewählt, denn nur acht Schüler dürfen letztendlich nach Berlin reisen. Weitere Informationen gibt es bei den ehemaligen MEP-Teilnehmern oder bei Frau Hillgruber.
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Bericht vom 11. MEP in Berlin: |
Kluge Entscheidungen und weise Kompromisse - |
Bei Begriffen wie „Resolution“, „Änderungsantrag“ oder „Geschäftsordnung“ vergeht so manchem Jugendlichen der Spaß an der Politik. Nicht so den 160 Schülerinnen und Schülern im Sitzungssaal des Bundesrates, darunter 8 Delegierte vom Goethe-Gymnasium. Denn sie wissen, dass ohne dieses politische Handwerkszeug die Simulation des Europaparlaments, genannt MEP, im Chaos versinken müsste. Und das will hier keiner, erhalten die Nachwuchs-Parlamentarier beim Modell Europa Parlament doch die Gelegenheit, sich als Europaabgeordneter zu versuchen und Europa aktiv zu erleben und mitzugestalten. |
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Simulation in der PraxisAußerdem hatten sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse bis zu sechs Monaten in Arbeitsgemeinschaften auf diese Woche vorbereitet. Sie haben an ihrer Rhetorik gefeilt, gelernt wie man Resolutionen verfasst und die inhaltlichen Positionen der einzelnen Länder zu Themen wie „Integration von Migranten“ oder „Kinderrechten“ herausgearbeitet. In der Woche vom 22. bis 26. Februar 2010 war es dann soweit: Aus 16 Bundesländern sowie aus Dänemark und Polen strömten die jungen Europäer zum 11. MEP in die Bundeshauptstadt, um den simulierten Praxistest zu bestehen. Aktuelle Herausforderungen der Europäischen Union standen in den acht Ausschüssen zur Diskussion: Atomwaffen, Klimaschutz und Drogenpolitik, Kinderrechte, Integration von Migranten und den Vertrag von Lissabon – die Tagesordnung besteht aus der ganzen europapolitischen Themenbandbreite. Angeleitet werden sie dabei von ehemaligen MEP-Teilnehmern, die sich in internationalen MEPs bewährt haben und jetzt als Ausschussvorsitzende die Zügel in der Hand haben. Vom Goethe-Gymnasium hat in diesem Jahr Paul Steinbeck aus dem 11. Jahrgang gemeinsam mit einer saarländischen Schülerin diese Aufgabe übernommen. |
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Politische JongleureAm Ende der Woche wird dann über die selbst erarbeiteten Lösungsvorschläge debattiert und abgestimmt – wie im echten Europaparlament. Die meisten Schüler gehen gut gewappnet in die Debatte. Die Reden klingen fast wie bei echten Politikern. Wie selbstverständlich sprechen sie vom „Änderungsantrag zum operativen Satz Nummer 3“ und jonglieren mit Formulierungen wie „demographisch notwendiger Migrationsstrom“, „Ratifizierung des Zusatzprotokolls“ oder „Effizienzverlust der UN-Menschenrechtskonvention“ als wäre das ihr Alltag. Bevor sie ans Mikro gehen, knöpfen sich die Jungen noch artig das Sakko zu. Manchmal fällt es schwer zu glauben, dass das alles nicht echt sein soll. |
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Visionen und PolitikBei der Eröffnung im Bundespresseamt hatte der stellvertretende Regierungssprecher Dr. Christoph Steegmans die Jungparlamentarier dazu aufgerufen, bei der Erarbeitung der Resolutionen visionär zu sein, denn „Phantasten nicht Erbsenzähler haben die Welt verändert“. Am Ende der Sitzungswoche steht also die Frage im Raum, ob die politischen Ideen der Jugendlichen eher realistisch oder doch überwiegend visionär sind. Beim Blick in die Texte fällt auf, dass mit Visionen nicht gespart wurde: Nach dem Motto: „je heißer die Eisen, umso radikaler die politischen Lösungen“, fordert das MEP 2010 u.a. europaweit staatlich verpflichtende und kostenlose Kindertagesstätten, ein atomwaffenfreies Europa sowie die doppelte Staatsbürgerschaft für alle Migranten. Alles begründet mit nachvollziehbaren Argumenten. |
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Gemeinsamkeiten und UnterschiedeUnd was sagen die echten Europapolitiker zu diesen jugendlichen Visionen? In der abschließenden Fishbowldiskussion sind Doris Pack (CDU) und Franziska (genannt Ska) Keller (Grüne) in der Beurteilung durchaus unterschiedlicher Meinung. Vor allem Frau Pack findet einige Punkte der Resolutionen zu extrem, beispielsweise ein atomwaffenfreies Europa. Sie gesteht der jungen Generation aber durchaus zu, dieses zu fordern. Ska Keller stört sich weniger an den radikalen Inhalten als an der ihrer Meinung nach zu steifen Form, an den Kostümen und Anzügen. So einheitlich sähe es im Europaparlament nicht aus, vor allem nicht in der Fraktion der Grünen. Aber es gibt auch politische Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Europapolitikern. So können sich beide immerhin der Forderung nach einem verpflichtenden Kindergartenbesuch anschließen. Somit wurde die Diskussion auch der Aufforderung des Präsidenten Dennis Hackethal aus Wiesbaden gerecht. Er hatte in seiner Eröffnungsansprache angeregt, nicht zu sehr die Unterschiede zu betonen, sondern eher die Gemeinsamkeiten. |
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Spuren einer EuropawocheUnd was hat das MEP jetzt konkret gebracht? Die besten Redner werden mit einer Teilnahme an einer internationalen Jugendparlaments-Sitzungen belohnt, voraussichtlich in Istanbul oder Kaliningrad. Dass sie aber schon in Berlin viel gelernt haben, darin sind sich die Jugendlichen einig. „Es ging in erster Linie nicht darum, irgendwelche Forderungen an Politiker zu stellen“, fasst Sebastian Haase Präsident des MEP 2010 aus Wadern, die Woche zusammen „sondern darum, den europäischen Traum, den wir hier gelebt haben, in der Zukunft mit Leben zu füllen.“ Und auch gefühlsmäßig hinterlässt die Europawoche Spuren. „Wenn man einmal am Modell Europa Parlament teilgenommen hat, fühlt man sich als Europäerin“, so Lina Reypens (Koblenz) aus dem Präsidium. |
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