Johannes-R.-Becher-Straße 10
19059 Schwerin
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Projekte zur Geschichte
Projekt Gedenkstättenarbeit
Wir stellen uns vor

Behrmann, Undine
Brill, Katrin
Conrad, Paulin
Dudda, Mareike
Güdokeit, Alexandra
Kellner, Anna-Elisa
Kleinke, Magdalena
Krause, Kitty
Radloff, Sarah
Rupnow, Katharina
Schubert, Nora
Struck, Karsten
Betreuung:
Barbara Frey
Ramona Ramsenthaler
Die Projektarbeit wurde gefördert durch:
Die Arbeit des Projektkurses Gedenkstättenarbeit
Im Rahmen des Projektes „Zeitensprünge“ haben sich die Schülerinnen und der Schüler des Projektkurses Gedenkstättenarbeit des Goethe-Gymnasiums Schwerin mit der Geschichte des Konzentrationslagers Wöbbelin befasst. Dieses Lager war ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg, das nur 10 Wochen existiert hat und am 2. Mai 1945 durch die 82. US-Luftlandedivision befreit wurde. Während der Veranstaltungen zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2007 und zur Befreiung des Lagers im Mai 2006 und 2007 und kam es zu vielen Begegnungen mit Überlebenden und ihren Angehörigen. Mit einem Zeitzeugen haben sich die Schüler intensiver beschäftigt und mehrere Gespräche geführt, mit Herrn Erich Kary. Da die Ausstellungstafel „Erich Kary – Die Geschichte einer Deportation“, die 2005/2006 erstellt wurde, nur die Stationen der Lagerhaft darstellt, beschlossen wir eine Broschüre zu erarbeiten. In dieser sollen auch das Schicksal von Herrn Kary und seine Ausgrenzung nach der Errichtung der Diktatur durch die Nationalsozialisten gezeigt werden.
Des Weiteren wollten wir untersuchen, wie viele jüdische Häftlinge, die Gettos und Vernichtungslager überlebt hatten, noch in das Auffanglager Wöbbelin gelangten. Wir fertigten eine erste Übersicht vor, die noch unvollständig ist.
Erinnerungsarbeit
Seit vielen Jahren steht Herr Kary den Mahn– und Gedenkstätten Wöbbelin als Zeitzeuge zur Verfügung. Er ist stets bereit, vor Jugendlichen über seine Erfahrungen über die Ausgrenzung der Menschen im Dritten Reich und den schleichenden Antisemitismus und die zunehmende Diskriminierung der Juden zu berichten.
Er erzählt über die schlimmen Jahre in den Konzentrationslagern, die vielen Transporte ohne Wasser und Verpflegung, die viele seiner Kameraden nicht überlebt haben, er erzählt über das Lager Wöbbelin, wo er schon völlig kaputt war und in dem nur noch das Chaos herrschte. Seitdem er über sein Schicksal erzählt, hat er keine Albträume mehr…
Wir danken Herrn Kary für die vielen Gepräche und die Lebensweisheiten, die er uns vermittelt hat.

Projektkurs mit Herrn Kary am Denkmal im ehemaligen Lagergelände, 27.01.07

Zum Gespräch in der Schule

Herr Kary (mit Kranz) mit anderen ehemaligen Häftlingen in Wöbbelin
Gedenkveranstaltung zum 63. Jahrestag der Befreiung
des Konzentrationslagers Wöbbelin
in der Aula des Goethe-Gymnasiums am 30.04.2008
Zeitzeuge im GesprächEhemaliger Häftling Laszlo Berkowits besucht Goethe-Gymnasium |
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Andächtige Stille herrschte am 30. April in der Aula des Goethe-Gymnasiums Schwerin. Etwa 120 Schüler der Jahrgangsstufen neun bis elf lauschten gebannt den Erzählungen des ehemaligen KZ-Häftlings Laszlo Berkowits.
Der heute 80-jährige Jude wurde in Ungarn geboren. 1944, als er 16 Jahre alt war, veränderte sich sein Leben für immer. Er musste den gelben Stern tragen, wurde zusammen mit anderen ungarischen Juden von der Gendarmerie verhaftet und von den deutschen Nazis in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau verschleppt. Dort wurde der junge Mann von seiner Mutter und seinen jüngeren Geschwistern getrennt, die im Lager umgekommen sind. Schon im November 1944wurde Herr Berkowits nach Deutschland deportiert, in das Lager Braunschweig- Schillstraße, wo er für die Büssing AG Zwangsarbeit leisten musste. Nach Monaten harter Arbeit, kargen Essensrationen und der ständigen Furcht vor einer Selektion begann die Evakuierung der Häftlinge über die Konzentrationslager Salzgitter-Watenstedt und Ravensbrück nach Wöbbelin. Am 26. April 1945 kam Laszlo Berkowits mit dem letzten Transport in das Auffanglager Wöbbelin, das ein Außenlager von Neuengamme war. In diesem Lager lebte er unter menschenunwürdigsten Verhältnissen und wusste nicht, ob er den nächsten Tag überlebt. Am 2. Mai 1945 trafen amerikanische Soldaten der 82. US-Luftlandedivision auf das Konzentrationslager, die SS- Bewacher waren Stunden vorher geflüchtet „Als sie uns sahen, fingen viele von ihnen an zu weinen. Sie hatten in diesem fürchterlichen Krieg viel Leid gesehen, doch der Anblick des Lagers Wöbbelin übertraf jedes menschliche Vorstellungsvermögen. Uns Häftlingen aber schien es, als hätte Gott uns die Engel vom Himmel gesandt. Sie brachten die Freiheit und die Hoffnung auf eine neue Chance im Leben. Wir können ihnen niemals genug danken“, sagte Berkowits.
Nachdem der Gast den Schülern von dieser Zeit erzählt hatte, gab es für die jungen Leute Gelegenheit, Fragen zu stellen. „War es für Sie schwer, nach dem Krieg nach Deutschland zurückzukehren?", "Was haben Sie nach der Befreiung als Erstes getan?" "Wie wäre Ihr Leben ohne den zweiten Weltkrieg verlaufen?" Diese und viele andere Dinge wollten die Jugendlichen wissen. Berkowits beantwortete jede Frage mit viel Geduld und Ausdauer. Er sei neugierig auf Deutschland und die Veränderungen gewesen, so der 80-Jährige. Heute sei es ein ganz anderes Land mit Menschen, die sich für die Nazivergangenheit schämten. Auf die Frage, was ohne den Krieg aus ihm geworden wäre, sagte Berkowits: "Wahrscheinlich ein Sänger." Spontan stimmte er ein jiddisches Lied an und sang anschließend zusammen mit den Jugendlichen "Freude schöner Götterfunken".
Hilfe beim Übersetzen der Fragen ins Englische kam von Christoph Frey. Der ehemalige Goethe-Gymnasiast absolvierte seinen Zivildienst über Aktion Sühnezeichen Friedensdienste am United States Holocaust Museum in Washington und nahm in dieser Zeit Kontakt zu Laszlo Berkowits auf. Frey war es auch, der dafür sorgte, dass die Veranstaltung in Schwerin durch den Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin organisiert wurde.
Am Ende des Gesprächs dankten zwei Schülerinnen Laszlo Berkowits für seinen Besuch und seine Auskunftsbereitschaft.
Louisa Haescher
Anja Zäske
Projekt Schulgeschichte
Wahlpflichtunterricht „Schulgeschichte – Schuljubiläum“
Im Jahr 2009 feiert das Schweriner Goethe-Gymnasium den 60. Jahrestag seiner Namensverleihung. Gleichzeitig begeht der Jugendchor dieser Schule sein 50-jähriges Bestehen und vor 30 Jahren wurden die Spezialklassen für Musik eingerichtet. Es gibt also mehrere Gründe, sich mit der wechselvollen Geschichte dieser Einrichtung auseinander zu setzen.
Mit dieser Aufgabe beschäftigt sich im Schuljahr 2008/2009 eine Schülergruppe der 10. Klassen im Wahlpflichtunterricht. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Frau Frey werden sie in Chroniken, Schuldokumenten, Zeitungen und anderen Quellen nach Material zur Geschichte der Schule suchen, Klassenlisten vergleichen, Kontakte zu ehemaligen Schülern aufnehmen, Interviews führen und vieles andere mehr. Anlässlich der Festwoche am Goethe-Gymnasium vom 06. - 11.Juli 2009 wollen sie eine Chronik der vergangenen sechs Jahrzehnte präsentieren.
Folgende Schülerinnen werden sich dieser Aufgabe stellen:
Beckmann, Nadine (Foto: 1. v. re. )
Berthold, Isabell (Foto: 2. v. re.)
Brümmel, Carolin (Foto: 3. v. re.)
D`Ercole, Francesca (Foto: 2. v. li.)
Haescher, Louisa (Foto: 3. v. li.)
Hamann, Claudia (Foto: li. außen)
Richter, Nadine
Zäske, Anja (Foto: Mitte)
Knödler, Sophie
Lenz, Franziska

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